| Bei der Nachgärung werden die restlichen Kohlenhydrate
(Zucker), die nach der Hauptgärung verblieben sind, umgewandelt.
Die Nachgärung ist somit ein wichtiger Bestandteil des Brauprozesses.
Erst durch die Nachgärung entsteht die notwendige Kohlensäure,
die für die Schaumbildung des Bieres notwendig ist, und erst jetzt
entwickelt es seinen ureigenen Geschmack. Außerdem trägt die Nachgärung
zur Klärung des Bieres bei. Denn während sich die Hefe mit der
Zeit am Boden der Flasche absetzt, zieht sie während des Absinkens
trübende Bestandteile mit sich und lagert diese als Sediment ab.
Die Flaschen, in die das Jungbier abgefüllt werden soll, müssen
100% steril sein. Besonders empfehlen sich hierbei Bügelverschlußflaschen
mit mindestens 1 Liter Inhalt. Reinigen Sie die Flaschen zunächst
mit Wasser und einer spezi-ellen Flaschenbürste. Ist dies geschehen,
müssen die Flaschen im Backofen sterilisiert werden. Hierzu
entfernen Sie die Gummidichtung der Bügelver-schlußflaschen
(die in Fachgeschäften für Hobbybrauer auch nachgekauft wer-den
können) und legen Sie die Flaschen auf ein Rost in Ihren Backofen.
Hierbei ist zu beachten, daß die Flaschen weder die Backofenwände
noch sich untereinander berühren. Stellen Sie den Backofen nun
auf 150°C ein. Durch das langsame Erhitzen wird den Flaschen
nichts geschehen, und sie werden zu 100% sterilisiert. Sind
die 150°C erst einmal erreicht, schalten Sie den Back-ofen aus
und lassen die Flaschen langsam abkühlen.
Beim eigentlichen Umfüllen in die Flasche sollten zwei Dinge
beachtet werden: Es sollte eine übermäßige Schaumbildung vermieden
werden, und die Hefe, die sich im Gärgefäß abgesetzt hat, sollte
da verbleiben, wo sie jetzt ist - also im Gärgefäß. In der Praxis
hat sich das Absaugen des Jungbieres mit einem Schlauch bewährt.
Achten Sie zum einen darauf, daß Sie keine Hefe absaugen, und
stecken Sie das andere Ende des Schlauchs bis zum Boden in die
Flasche, um eine übermäßige Schaumbildung zu verhindern. Der
Schlauch muß natür-lich auch 100% steril sein.
Es sei nochmals erwähnt, das es sehr wichtig ist, daß die abgesetzte
Hefe dort verbleibt, wo sie ist, da es sich hierbei meistens
um tote, gärunfähige Zellen handelt. Bei einer übermäßigen Schaumentwicklung
entweicht dem Jungbier zuviel Kohlensäure; stecken Sie den Schlauch
deshalb immer bis zum Boden in die Flasche. Die Flaschen sollten
übrigens nur bis zu 90% gefüllt werden, um somit Raum für den
Kohlensäuredruck zu schaffen.
Kronkorken - woher nehmen?
Spätestens beim Abfüllen des Jungbieres in Flaschen wird man
sich wundern, wie man diese eigentlich verschließen soll, wenn
man keine Bügelverschlußfla-schen benutzt. Hausbrau-Fachgeschäfte
bieten hierfür neue Kronkorken und maschinelle Geräte zur Befestigung
eben dieser an. Ein kleiner Hinweis am Rande: Kronkorken sind
nicht gerade empfehlenswert bei Flaschengärung, da diese ja
noch mehrmals geöffnet und wieder verschlossen werden müssen.
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