| Eine Bierspindel ist nicht sehr teuer, man muß
nur wissen, wo man sie bekommt. Während alle anderen Gerätschaften
zum Brauen in jedem gut sortierten Haushaltswarengeschäft zu finden
sind, verhält es sich mit Bierspindeln anders. Mit einer Bierspindel
können Sie den Würzegehalt messen, und sie ist somit für den Brauvorgang
unerläßlich. Das Prinzip ist sehr einfach: Je höher der gelöste
Zuckergehalt der Würze ist, desto höher ist ihr spezifisches Gewicht.
Dieser Wert kann auf einer Skala der Bierspindel abgelesen werden.
Für die Herstellung einer Bierspindel benötigen Sie folgendes
Zubehör:
- Ein ca. 20 bis 30 cm langes Rundholz mit einem Durchmesser
von 2-3mm (Schaschlikstäbchen)
- Etwas Blumendraht
- 1-2 Stücke Balsaholz (erhältlich in jedem Bastelbedarf).
Abmessungen: 1x1cm Durchmesser, 2 bis 3cm lang
- Etwas Holzleim
- Etwas wasserfester Lack (z.B. Tauchlack)
Auf den Stab kommt später die Meßskala. Er muß also in der
Würze aufrecht »stehen«. Um dies zu verwirklichen, umwickeln
Sie ihn am unteren Ende mit ca. 2,5 bis 3cm Blumendraht. Der
Gewicht dieses Drahtes hält den Stab in der Würze senkrecht,
indem es ihn nach unten zieht. Das Balsaholz muß nun durchbohrt
werden, und zwar so, daß die Dicke des Lochs der Dicke des Stabs
entspricht. Seien Sie beim Bohrvorgang vorsichtig, da das Balsaholz
leicht bricht. Schieben Sie das Stück Balsaholz nun über das
Rundholz, bis es das obere Drahtende erreicht. Fixieren sie
das Balsaholz nun mit dem Holzleim und lackieren Sie den gesamten
Stab mit dem wasserfesten Lack (am besten direkt zweimal), so
das dieser wasserfest wird.
Die Herstellung der Bierspindel ist nun beendet, es muß nur
noch die Skala angebracht werden. Hierzu füllen Sie ein Bierglas
mit Wasser und stecken Sie die Spindel in das Glas. Berührt
die Spindel den Boden des Glases, müssen Sie etwas Draht von
der Spindel wegnehmen, steht es nicht senkrecht im Glas, müssen
Sie etwas Draht hinzufügen. Beachten Sie, daß Sie die Spindel
neu lackieren müssen, wenn sie Draht hinwegnehmen oder hinzufügen.
Steht die Spindel stabil im Wasser, markieren Sie mit einem
Filzstift die Stelle auf dem Stab, die aus dem Wasser herausragt.
Dieser Wert entspricht einem Zuckergehalt von 0%. Nun bereiten
Sie eine 10%ige Zuckerlösung vor (110g Zucker in 1 Liter Wasser)
und stecken die Spindel in diese Lösung. Markieren Sie die Stelle
auf dem Stab, die aus dem Wasser herausragt. Die Spindel zeigt
nun die beiden Werte einer 0%igen und einer 10%igen Lösung an.
Zu guter Letzt tragen Sie den Wert für eine 20% Lösung mittels
eines Lineals auf der Spindel ein. Der Abstand zwischen 10%
und 20% ist hierbei genauso groß wie der Abstand zwischen 0%
und 10%.
Jetzt bleibt noch zu bemerken, daß sowohl für die 0%ige Lösung,
als auch bei der 20%igen Lösung die Temperatur des verwendeten
Wassers bei ca. 20°C liegen sollte, in beiden Fällen aber auf
jeden Fall gleich sein muß. Außerdem muß die Spindel 100%ig
wasserdicht sein, lackieren Sie lieber einmal zuviel, als einmal
zu wenig. Ist die Spindel nicht wasserdicht, saugt sie sich
voll Wasser und versinkt dementsprechend tiefer im Wasser. Die
Spindel »geht« dann falsch, da der Nullpunkt nicht mehr stimmt.
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