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Was funktioniert Extraktbrauen
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Nachdem man im einschlägigen Fachhandel eine Dose
mit Konzentrat erstanden, und die beiliegende Gebrauchsanweisung
gelesen hat, kann man mit dem Brauen auch schon beginnen. Die
Zubereitung des Bieres ist bei fast allen Braukits gleich, so
daß nun eine grundlegende Anleitung zum Extraktbrauen mit Malzsirup
folgt. Sie soll demonstrieren, daß wirklich jeder auf einfache
Art und Weise sein eigenes Bier brauen kann. Im Zweifelsfall folgen
Sie immer der Anleitung des Herstellers!
In einer Beziehung unterscheidet sich das Extraktbrauen in keiner
Weise vom Maischebrauen: in der Sterilisation des Zubehörs. Die
meisten Fehler beim Extraktbrauen lassen sich auf mangelnde Sterilisation
zurückführen. Lassen Sie sich also ausreichend Zeit, um alle zum
Brauen benötigten Hilfsmittel ausgiebig zu reinigen. Verwenden
Sie hierfür weder Seife noch handelsübliche Reinigungsmittel.
Bedenken Sie: Sie müssen das Bier noch trinken! Der Fachhandel
bietet aus diesem Grund spezielle Sterilisationsmittel zu diesen
Zweck an.
Trockenextrakte gegen Sirup
Trockene Malzextrakte sind Sirups, denen die Flüssigkeit entzogen
worden ist. Dementsprechend werden Trockenextrakte genauso hergestellt
wie Sirup, neu ist lediglich der Prozeß des Dehydrierens (ein
zusätzliche Prozeß, der zur Folge hat, das Trockenextrakte teurer
sind als Sirups). In Amerika wird Trockenextrakt nicht in festen
Verpackungsgrößen abgegeben, man kann selbst bestimmen wieviel
Pulver man kaufen möchte.
Und genau dies ist einer der großen Vorteile von Trockenextrakten:
Die Portionierbarkeit. Normalerweise gilt für Trockenextrakte
ein Kilopreis und man kann selber bestimmen, wieviele Eimer oder
gar Schubkarren man kaufen möchte. Hinzu kommt, daß nicht der
gesamte Trockenextrakt auf einmal verbraucht werden muß - entnehmen
Sie so viel wie Sie benötigen und legen Sie den Rest zurück in
den Kühlschrank. Beim klebrigen Sirup ist eine Portionierbarkeit
zwar auch möglich, jedoch dürften nach der Portionierung Sie,
der Raum im dem Sie umgefüllt haben und die Sirup-Behälter eine
gründliche Reinigung benötigen.
Natürlich gibt es Unterschiede beim Brauen - denn Sirup enthält
bereits Wasser und Trockenextrakt keines. Begehen Sie also nicht
den Fehler und verfahren Sie mit Trockenextrakten genauso wie
mit Sirupen.
Der nächste Schritt ist das Rehydrieren der Trockenhefe. Füllen
Sie dazu lauwarmes Wasser in ein sauberes Glas, und geben Sie
die Trockenhefe hinzu. Nach ca. 15 Minuten rühren Sie das Wasser
um, damit sich auch die noch nicht aufgelöste Hefe auflöst.
Als nächstes kommt das Umfüllen des Malzsirups. In manchen Fällen
empfiehlt es sich, die Dose mit dem Extrakt in warmes Wasser zu
stellen, das Extrakt läßt sich dann leichter umfüllen. Entfernen
Sie auf jeden Fall das Etikett von der Dose. Dies soll unter anderem
verhindern, daß die Dose im Gäreimer landet und Sie nur noch das
Etikett in der Hand halten! Außerdem steht in den meisten Fällen
die Gebrauchsanweisung auf der Rückseite des Etiketts. Nachdem
das Etikett entfernt worden ist, öffnen Sie die Dose und füllen
Sie den kompletten Inhalt in den Gäreimer. Achten Sie darauf,
daß keine Reste in der Dose zurückbleiben. Am besten geschieht
das, indem Sie die Dose mit ca. 2 Liter kochendem Wasser nach
und nach ausspülen und den Rest des Wasser in den Gäreimer schütten.
Rühren Sie gründlich um, damit sich der gesamte Extrakt vollkommen
auflöst. Achten Sie darauf, daß keine Reste am Boden des Gäreimers
kleben bleiben.
Füllen Sie nun den Gäreimer mit der vorgeschriebenen Menge Wasser
unter ständigem Rühren auf (Bedenken Sie, daß Sie bereits 2 Liter
kochendes Wasser in den Gäreimer gefüllt haben). Überprüfen Sie
die Temperatur der Flüssigkeit (Würze) und warten Sie ab, bis
die Temperatur unter den angegebenen Wert zur Verwendung der Hefe
gefallen ist. Ist diese Temperatur unterschritten, fügen Sie die
Hefe der Flüssigkeit hinzu. Das ganze muß nun kräftig umgerührt
werden. Bei manchen Braukits ist es notwendig, das der Sirup zusammen
mit dem Wasser gekocht wird. Beachten Sie also auf jeden Fall
die Gebrauchsanweisung, da die Herstellung von Braukit zu Braukit
unterschiedlich sein kann.
Die Angabe der Wassermenge auf den Dosen ist in den meisten Fällen
nur eine circa-Angabe. Sie können den Alkoholgehalt und den Geschmack
des Bieres über die verwendete Wassermenge beeinflussen. Weniger
Wassr ergibt ein stärkeres Bier, mehr Wasser ergibt ein leichteres
Bier. Probieren Sie einfach die Würze und verlassen Sie sich auf
Ihren Geschmack. Wundern Sie sich übrigens nicht, wenn die Würze
sehr süß schmeckt, der Zucker wird während der Gärung in Alkohol
gewandelt.
Nun ist es an der Zeit, die Gärung einsetzen zu lassen. Bedecken
Sie den Gäreimer mit einem Deckel, achten Sie jedoch darauf, daß
dieser nicht luftdicht abschließt. Der Eimer sollte nun an einem
warmen Platz untergebracht werden (die Temperatur sollte zwischen
18-21°C liegen). Haben Sie alle Anweisungen korrekt durchgeführt,
wird in den nächsten 48 Stunden die Gärung sehr stark einsetzen.
Während dieser bilden sich Schaumberge auf der Flüssigkeit, die
unter Umständen auch kleine braune Punkte enthalten kann. Diese
Punkte bedeuten nicht, daß etwas mit Ihrem Bier nicht stimmt,
sondern sind völlig natürlich. Je nach Braukit empfiehlt es sich
jedoch, diese Punkte abzuschöpfen, ohne die Schaumkrone (den sogenannten
Hefekopf) zu zerstören.
Die Gärtemperatur ist sehr wichtig für den Gärprozeß. Je wärmer
der Aufbewahrungsort ist, desto unreiner vollzieht sich die Gärung.
Resultat ist ein unan-genehmer Nachgeschmack. Lagern sie die Würze
allerdings zu kalt, kann die gesamte Würze verderben. Halten Sie
sich bezüglich der Temperatur in jedem Fall an die Angaben auf
der Anleitung.
3 bis 5 Tage nachdem Sie die Hefe zugegeben haben, wird die Gärung
rapide abnehmen, jedoch nicht aussetzen. Dies ist der richtige
Zeitpunkt, um das Bier in einen zweiten Gäreimer umzufüllen. Hierbei
sollten Sie größte Vorsicht wal-ten lassen; Sie sollten nur die
Flüssigkeit umfüllen und die Hefe im alten Gär-eimer belassen.
Diese setzt sich in den meisten Fällen am Boden des Eimers ab.
Nachdem Sie die Flüssigkeit umgefüllt haben, verschließen Sie
den Gäreimer luftdicht und versehen Sie ihn mit einem Gärröhrchen.
Dieses sollte mit abgekochtem Wasser mindestens bis zur ersten
Blase aufgefüllt werden. Die Gärung verläuft für 5-6 Tage weiter,
bis keine Blasen mehr an die Oberfläche steigen. Warten Sie auf
jeden Fall diese Zeit ab: Keine Aktivität bedeutet nicht zwangsläufig,
das die Gärung abgeschlossen ist.
Nach dem Umfüllen in den zweiten Gäreimer kann das Aroma des Bieres
verändert werden, indem man der Würze Hopfen hinzugibt. Sie können
zum Bei-spiel 10g Aromahopfen in einem sterilisierten Stoffbeutel
zugeben.
Das junge Bier kann nun in Flaschen oder Spezialfässer abgefüllt
werden. Fül-len Sie die Flüssigkeit vorsichtig um, so daß eventuell
vorhandene Hefe-Rückstände im Gäreimer verbleiben. Für das Abfüllen
selbst, und die Flaschen-gärung gelten die gleichen Vorschriften
wie für im Maische-Verfahren herge-stelltes Bier.
Probieren Sie die erste Flasche Ihres Bieres und es schmeckt nicht,
so lassen Sie es ein wenig länger lagern. Eine Woche später kann
es schon ganz anders, und wesentlich besser schmecken.
Wer mit Malzextrakten braut, wird in manchen Fällen Probleme mit
der Blume bekommen. Selbst gemaischtes Bier ist bzgl. der Schaumbildung
wesentlich zuverlässiger. Nichtsdestotrotz: kein Schaum bedeutet
nicht, daß das Bier nicht schmeckt.
Die 10 häufigsten Fehler von angehenden Hausbrauern:
- Das Bier ist infiziert mit Bakterien, weil die Gerätschaften
nicht ausreichend gereinig worden sind.
- Das Bier ist infiziert mit Bakterien, weil die Würze unsachgemäß
behandelt worden ist, oder das Umfüllen der Würze oder des
Bieres nicht sachgemäß durchgeführt worden ist.
- Die vorgegebenen Temperaturen wurden nicht genau eingehalten.
- Man beginnt mit dem Brauen und stellt erst dann fest,
daß wichtige Bestandteile oder Zutaten fehlen.
- Die Gärung wird zu früh unterbrochen oder dauert zu lange.
- Bei der Abfüllung in Flaschen wurden diese zu voll gemacht,
so daß der Verschluß abspringt oder die ganze Flasche gar
explodiert.
- Flaschengärung in mit Kronkorken verschlossenen Flaschen.
- Man versteht das Ganze nicht und legt einfach mal los
- Sie sollten wissen was Sie wann und warum tun (dies trifft
übrigens für Ihr gesamtes Leben zu)!
- Man weiß nicht mehr, wann man das Bier hergestellt hat
und wundert sich, wann denn nun das Bier konsumiert werden
kann - machen Sie Notizen während des Brauvorgangs, so daß
sie beim nächsten Brauen variieren können.
- Man ist zu ungeduldig! Auch wenn es beim ersten Mal schief
geht - lernen Sie aus Ihren Fehlern. Auch wenn das Ergebnis
nicht das gewünscht ist, so können Sie - vorausgesetzt sie
haben ausgiebige Notizen erstellt, und den Brauvorgang verstanden
- beim nächsten Brauvorgang Ihre Fehler korrigieren.
- Sie nehmen das Ganze viel zu ernst! Es soll immer noch
ein Hobby sein, und Bier bleibt Bier - denken Sie immer
daran: Läuft etwas schief, bricht nicht gleich der Biernotstand
aus - ein gutes Bier ist überall zu haben.
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Quelle: BIER FÜR
DUMMIES dt. Ausgabe D.Kann, H. Latz-Weber und G.Mühlwitz
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