| Deutschland, Heimat des Bieres und das Mußland
für jeden Bierliebhaber. Es steht außer Zweifel, daß die Deutschen
Bier lieben. Vor allem ihr eigenes! Über 131 Liter Bier pro Kopf
und Jahr gelten als weltmeisterlich. Die Bayern - alleine betrachtet
- trinken sogar noch mehr, angeblich über 170 Liter. Fast jedes
fünfte Bier ist dort ein obergärig gebrautes Weizenbier.
Zahlen & Fakten
Den höchsten Bierausstoß gibt es in Nordrhein-Westfalen, wo
1997 allein rund 30. Mill. hl Bier produziert wurden. Platz
2 hält Bayern mit 24,8 Mill. hl. Insgesamt beträgt der deutsche
Bierausstoß rund 114,8 Mill. hl. Die Kapazität liegt bei 170
Mill. hl. Der Umsatz der Branche erreicht schlappe 19,4 Mrd.
DM. Deutschland ist nach wie vor Bierland Nr. 1 in Europa, und
die deutsche Brauwirtschaft ist in ihrer Struktur einzigartig
auf der Welt.
Das Buch des Brauens und der Braukunst haben die Deutschen
geschrieben. Nirgendwo ist die Bierkultur mehr etabliert als
in Deutschland; nirgendwo wird sie mehr gepflegt. Das Land mit
seinen über 1.200 Brauereien ist das Biermekka der Welt. Und
die meisten sind in der südöstlichen Provinz von Bayern, zentriert
auf München anzutreffen. Vor allem München, aber auch Bamberg
oder Köln (mit seiner Spezialität "Kölsch") gelten
als Biermetropolen, die ihresgleichen suchen. Was Rom für die
Christen, Jerusalem für die Juden und Mekka für die Moslems
ist, stellt München für die Bierliebhaber auf der ganzen Welt
dar.
In München sind Traditionshäuser wie Spaten, Augustiner, Hacker-Pschorr,
Lowenbräu, Paulaner und Hofbräu beheimatet. Jede Brauerei -
teilweise wirtschaftlich miteinander verflochten - verfügt über
einen riesigen "Bierkeller" in dem das Bier nicht
gelagert, sondern ausgeschenkt wird. Mit Platz für 1.000 Personen
und mehr, gleichen diese Orte der Gastlichkeit eher Lagerhallen,
ausgestattet mit derber Gemütlichkeit. Es sind hervorragende
Orte, um die lokalen Spezialitäten in Ruhe auszuprobieren. Man
muß nur genügend Zeit mitbringen, um in der Lage zu sein, mehrere
Maß-Krüge zu leeren. Auch das Münchener Oktoberfest mit seinen
riesigen Festzelten sucht seinesgleichen in der Welt. Damit
nicht genug: Während der heißen Sommermonate scharen sich gesamte
Familien in Münchens unzähligen Biergärten; einige Besucher
bringen gar ihr eigenes Essen mit, ohne vom Wirt davon gejagt
zu werden.
Noch mehr Gemütlichkeit versprechen aber die lokalen, kleinen
Brauereien, verstreut im ganzen Land. In ihren hauseigenen Braustuben,
sowie den meist per festen Bierlieferungsverträgen angeschlossenen
Gaststätten vor Ort und in der näheren Umgebung wird Bier noch
richtig erlebt. Vor allem wer einmal eine kleine urtümliche
oder auch moderne Gasthausbrauerei aufgesucht hat, weiß wovon
hier die Rede ist. Da kann die Nacht leicht zum Tage werden
und umgekehrt. Hauptsache man weiß, wo das müde Haupt letztendlich
gebettet werden kann (gleichgültig, bei wem und wo) und nicht
gerade eine andere Entschuldigung benötigt wird, um die Stätte
der Gastlichkeit zu verlassen.
Vielen andere großen Städte, wie Berlin, Dortmund, Hamburg,
Hannover oder Köln, können sich gleichfalls rühmen, einige große
Brauhäuser und Namen vorzuweisen. Ob Berliner Kindl in Berlin,
DAB oder DUB in Dortmund, Holsten in Hamburg, Gilde in Hannover
oder Gaffel, Früh, Reissdorf oder Küppers in Köln, keine Großstadt,
die nicht ihr eigenes Bier hat.
Aber auch kleinere Städte wie Jever, Bitburg, Radeberg, Warstein,
Krombach, Erding, Wernesgrün oder Lich haben berühmte Biere.
Das sind Biere, die nicht nur den Namen ihrer Heimatstadt tragen
und ihn in die Welt hinausposaunen, sondern auch weit über die
engen Grenzen des "Kernabsatzgebietes" (im Radius
von rund 50 km um den Brauereischornstein) ihre Käufer finden.
Andere wie Beck's, Diebels, König, Maisel oder Veltins tragen
Familiennamen, die längst im ganzen Lande und auch teilweise
im Ausland bekannt sind. Jede Stadt hat quasi - trotz der Beschränkung
auf das Reinheitsgebot und der Dominanz der Sorte Pils - ihre
eigenen Biertypen, und -Spezialitäten, fast so wie beim Wein.
In Kulmbach beispielsweise rühmt man sich, das angeblich stärkste
Bier der Welt zu brauen: den Eisbock mit 28 Prozent Stammwürzegehalt
und 9 % vol. Alkohol.
Sogar manch kleinere Orte und Dörfer rühmen sich einer eigenen
Brauerei, sind teilweise national bekannt. Wer einmal Donaueschingen
(Fürstenberg Bier) oder Alpirsbach im Schwarzwald (Alpirsbacher
Klosterbräu) oder in Schwetzingen bei Heidelberg (Weldebräu)
oder Pott's in Oelde oder die große Karlsberg Brauerei im saarländischen
Homburg besucht hat, erkennt schnell die Vielfalt und sieht
die Besonderheiten. Deutschland ist mit Bier gesättigt und das
schon seit Jahrhunderten. Da bleibt kein Wunsch offen.
Top-Weizenbiere
Die beliebtesten Weizenbiermarken sind:
Erdinger
Franziskaner
Maisel
Paulaner
Schneider
Schöfferhofer
Tucher
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