|
Das Mindesthaltbarkeitsdatum
|
| Jedes Bier in Flaschen oder Dosen ist in Deutschland
nur verkehrsfähig (welch ein schöner Ausdruck!) wenn
es ein sogenanntes Mindesthalbarkeitsdatum aufweist. Das Datum
selbst oder ein Hinweis, wo es auf der Flasche oder Dose (z.B.
Boden) gefunden werden kann, sind obligatorisch. Dem Datum (Tag,
Monat und Jahr) sollte "mindestens haltbar bis (Ende)" vorangestelt
sein. Keine Regel ohne Ausnahmen. Wenn das Produkt
weniger als 3 Monate hält: dann kann das Jahr ausgelassen
werden
zwischen 3 und 18 Monaten: der Tag kann vergessen werden
mehr als 18 Monate: Die reine Jahresangabe genügt
Von schwachen, starken und unaussprechlichen Bieren Es
gibt allgemein gültige Methoden den Alkoholgehalt im Bier
festzustellen. In Europa geschieht dies durch den tatsächlichen
Prozentsatz nach Volumengehalt wie es die Gesetzgeber vorschreiben;
in den USA haben sich die Brauer entschieden, den Alkoholgehalt
nach Gewicht festzulegen (warum, sollte alles einfach sein?).
Von beiden Methoden ist die erstere einfacher zu verstehen, weil
Bier nach Menge und nicht nach Gewicht gekauft wird.
Warum wird die Gewichtmethode eigentlich dann noch verwendet?
Ganz einfach: Alkohol wiegt weniger als Wasser. Damit scheint
Bier - und viele andere hochgeistige Flüssigkeiten auch -
leichter zu sein. Im englischen Maßsystem wiegt ein halber
Liter Bier ungefähr ein Pfund Wasser. Ein halber Liter Alkohol
dagegen wiegt nur 0,79 Pfund.
So ist ein Bier mit einem Alkoholgehalt von 3,2 Prozent nach Gewicht
wirklich 4 Volumenprozent. Ein Bier, das 4 Prozent nach Gewicht
hat, hat tatsächlich 5,5 vol... Mit dem Faktor 1,25 multipliziert,
erhält man leicht diesen Wert. Wer lieber die Gewichtsmethode
anwendet muß beim Umwandeln von Volumenprozent in Gewicht
einfach mit 0,80 multiplizieren. Ein lustiges Spielchen, oder
nicht?
Einige international agierende Bierautoren arbeiten folglich mit
beiden Methoden. Wichtig ist: Die Angaben auf den Bieretiketten
sollten mit Vorsicht gehandhabt werden. Sorgfalt beim Lesen ist
angebracht. Man kann sonst leicht viel mehr (oder weniger) Alkohol
zu sich nehmen als einem lieb ist. Zur Erinnerung: Angaben in
Gewicht sind niedriger als die nach Volumenprozent.
In Europa gibt es zudem noch weitere Bierindikatoren, die beim
Alkoholgehalt eines Bieres eine gewisse Rolle spielen:
In Deutschland sind Bieretiketten oft mir einer der folgenden
drei zugelassenen Stärkenkennzeichnungen versehen: Schankbier
(leicht), Vollbier (Mittel) oder Starkbier (stark).
Belgien hat vier Kategorien der Bierstärke. Sie reichen
von Catégorie III (am schwächsten) über Catégories
II und I und endet mit Catégorie S, für starkes Bier.
Auch die Franzosen haben natürlich ihr eigenes System.
Sie erfanden eine eigene Stärkenmaßlatte, die sie
gewissenhaft pflegen. Sie reicht vom Bière petite (das leichteste)
über Bière de table, Bière bock, Bière de Luxe, Bière
de Choix und Bière spéciale (das stärkste Bier).
zurück
|
|
Quelle: BIER FÜR
DUMMIES dt. Ausgabe D.Kann, H. Latz-Weber und G.Mühlwitz
© Copyright MITP Verlag Gmbh, Int. Rechte: IDG Books Worldwide
Inc.
|
|