Die inhaltliche Bewertung eines Bieres beginnt
mit dem Öffnen der Flasche. Erst, wenn der Verschluß geknackt
wird, zeigt das Bier sein wahres Gesicht. Gab die Flasche ein
schnelles, gesundes Zischen von sich? Strömte wie bei einem Vulkanausbruch
des Vesus das Bier aus der Flasche? Sprudelte es über, oder nichts
von alledem?
Wenn die Flasche nicht allzu warm vor dem Öffnen war oder einen
kleinen, kräftigen Stubs erhalten hat, deutet ein selbstständiger
Erguß auf einen wilden Gärungsprozeß in der Flasche hin. Das ist
nicht allzu schlimm, und wird Sie nicht gleich töten. Ein kurzes
Schnuppern am Bier oder ein kleiner Schluck verschaffen hier schnell
Gewißheit.
Essigsaurer Geschmack und Aromen sind normalerweise gute Anzeichen
einer Gärung, die wild begonnen hat. Korrekte Pasteurisierung
verhindert dies jedoch, so daß diese Kennzeichen recht selten
anzutreffen sind.
Wenn Sie beim Öffnen der Flasche das übliche kurze Zischen
(fizzzzt) nicht erhielten, ist entweder das Bier unsachgemäß
in der Brauerei karbonisiert (sehr unwahrscheinlich) worden,
oder die Dichtung des Verschlusses (meist Kronenkorken) hat
eine Leckstelle, die die Kohlensäure entweichen ließ. Diese
Art von Problemen sind aber bei bekannten Markenbieren heutzutage
fast unwahrscheinlich.
Bierregen!
Nachfolgende Information sollten Sie nicht allzu ernst nehmen:
Jeder Biertrinker hat sicher schon bemerkt, daß sich nach dem
Öffnen einer Flasche eine kleine "Wolke" am Flaschenhals
bildet. Es ist eine reale Wolke, so wie sie auch außen am Himmel
entsteht.
Die Sache ist ganz einfach: Im ungeöffneten Zustand enthält
der Engpaß, quasi zwischen Bier und Flaschendeckel Kohlendioxyd
und Wasserdampf. Weil der innere Druck ungefähr dem doppelten
Luftdruck am Meeresspiegel entspricht, entweichen die Gase und
die Dämpfe sehr schnell, wenn die Verschlußkappe entfernt wird.
Diese Dekompression führt zu einem jähen Temperatursturz im
oberen Flaschenhals um bis zu minus 30 Grad!
Dieser Sturz veranläßt die Wassermoleküle, so träge zu werden,
daß sie sich an kleine Luftpartikel anhängen und dann zu Wassertröpfchen
(Kondensation) werden. Das geschieht in gleicher Weise, wie
sich die Wolken am Himmel bilden. Bei genügend gleichzeitigem
Bierkonsum weltweit wäre uns ein Bierregen sicher.
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